Gedenktage der 10. Klassen 2017

W i r   h a b e n   k e i n e   S c h u l d ,   a b e r   e i n e   V e r a n t w o r t u n g .

Projekttage der 10. Klassen zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Im Januar finden Jedes Jahr die Gedenktage der zehnten Klassen des HGTs anlässlich des am 27. Januar stattfindenden Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus statt. Die Schüler haben dabei die Wahl zwischen verschiedenen Projekten, in denen sie sich unterschiedlich mit dem Holocaust und den anderen Verbrechen der Nationalsozialisten befassen. In diesem Jahr hatten die Schüler die Möglichkeit, sich künstlerisch oder literarisch mit dem Thema auseinanderzusetzen, außerdem konnten sie in einem Projekt die Gedenkstätte KZ Hinzert besuchen, ein Projekt befasste sich mit den Stätten des NS-Terrors und in einem anderen wurden die Biografien der Täter und Opfer aus Trier genauer untersucht.
 
 
Ein weiteres Projekt übernahm die Organisation der Gedenkfeier, die die Projekttage seit ihrer ersten Auflage abschließt. Dieses Projekt stand unter der Leitung von Herrn Jakobs, der seit den ersten Gedenktagen an für diese sowie für dieses Projekt verantwortlich ist. Das Besondere aber war, dass er uns Schülern zwar Anregungen und Denkanstöße, aber auch sehr viel Freiraum bei der Planung gab. Die Planung war nicht das Einzige, womit wir uns beschäftigten, zuerst gingen wir der Frage nach, warum wir, eine Generation, die mit den Gräueltaten des NS zum Glück nichts am Hut hat, überhaupt noch gedenken müssen. Die Antwort auf diese Frage, die wir auch an den kontroversen Reden Roman Herzogs sowie Björn Höckes zu diesem Thema erarbeiteten, wurde auch gleichzeitig das Motto der Veranstaltung (siehe oben). Aus Interesse führten wir auch eine kleine Befragung in der Trierer Innenstadt durch, die ein ernüchterndes Ergebnis brachte: keiner der Befragten wusste, was es mit dem 27. Januar auf sich hatte. Noch viel schockierender waren allerdings die Aussagen eines Passanten, der sich abfällig über behinderte Menschen äußerte. Unsere Überlegungen und auch unsere Erfahrungen dienten uns anschließend als Grundlage für die Konzipierung der Gedenkfeier. Die anderen Gruppen präsentierten ihre Ergebnisse, aber auch wir teilten unsere Erfahrungen mit der restlichen Stufe. Wir hatten uns entschlossen, unsere Mitschüler in sechs Gruppen einzuteilen, die stellvertretend für die diversen Opfer(gruppen) des NS-Terrors standen. Dabei achteten wir darauf, Freunde und Cliquen so gut es ging auseinanderzusetzen, damit der NS-Terror greifbarer wurde. Angeordnet wurden die sechs Gruppen so, dass sich jede Gruppe an einer Spitze eines Davidsterns befand, den wir zuvor mit Klebeband auf den „gezeichnet“ hatten. Das Ganze trieben wir auf die Spitze, indem drei von uns den Moderator während der Veranstaltung „verhafteten“, wie es einst die Gestapo mit zahlreichen „unerwünschten“ Menschen getan hatte. Bei der Veranstaltung war unsere Stufe stiller, als wir es erwartetet hatten, was uns zu dem Schluss führt, dass die Feier sehr gut gelungen und das Thema gut vermittelt worden ist. Begleitet wurde die Veranstaltung von Musik aus dem hebräischen Kulturkreis, die Schüler und Lehrer zwischen den einzelnen Präsentationen darboten.
 
Bálint Niehl (10d)
 

Gedenkstätte Hinzert

 
Anlässlich des Gedenktages an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz befasste wir, die Jahrgangsstufe 10 des Humboldt-Gymnasiums-Trier, uns mit diesem Abschnitt der Geschichte und gedachten den Opfern des Nationalsozialismus.
Eine kleine Gruppe von Schülerinnen und Schülern besuchte unter der Leitung von Herrn Brüning und Herrn Scholz die Gedenkstätte „SS-Sonderlager/ KZ-Hinzert“, um einen Einblick in die damaligen Ausmaße des Nationalsozialismus in unserer Region zu erhalten. Nach dem Eintreffen in der Gedenkstätte wirkte der Ort eigentlich relativ normal entgegen unseren Vorstellungen, da von dem damaligen SS-Sonderlager keine Überreste mehr erkennbar waren Doch nach einer kurzen Einführung über den Lageralltag und die unmenschliche Behandlung von Häftlingen änderte sich die Atmosphäre schlagartig und ließ uns das gesamte Gelände aus einer anderen Sichtweise erblicken. Trotz der Informationen über Opfer, denen wir gedachten und trotz der verschiedenen Quellen von Überlebenden viel es uns nach etwas mehr als 70 Jahren schwer uns in die Opfer hineinzuversetzen.
 
 
Ebenso wie Opferschicksale behandelten wir an diesem Ausflug auch die Täterprofile und die Bekanntheit des Lagers zu der damaligen Zeit. Später legte unsere Gruppe ein größeres Augenmerk auf das heutige Gelände und versuchte die besondere Bauweise der Gedenkstätte zu verstehen. Überwältigt von Informationen und Emotionen fuhren wir zurück zur Schule und besprachen am Folgetag unsere gewonnen Eindrücke.
Insgesamt wurde uns in der Gedenkstätte gezeigt, dass auch 72 Jahre nach Räumung des Lagers bei uns noch Spuren des Nationalsozialismus zu finden sind. Institutionen wie die Gedenkstätte SS-Sonderlager/ KZ-Hinzert helfen unsere Region aus einem anderen, weiteren Blickwinkel zu sehen und halten so ein Stück auch meiner Geschichte lebendig.
  
Februar 2017, Johannes Tölle (10b)
 

Projektbericht über „Literarische Bewältigung“

In dem Projekt „Literarische Bewältigung“ mit Herr Brinschwitz sind wir, acht Schüler aus den verschiedenen Klassen der zehnten Stufe, näher auf das Thema „Das Unsagbare in Worte fassen“ eingegangen.
In unser Projektthema sind wir mit aktuellen Themen eingestiegen, haben eine Dokumentation angeschaut und sind schließlich auf eine wichtige Frage gekommen:
Wie will man über etwas schreiben oder von etwas erzählen, wofür es keine Worte gibt?
Worte, die mit ihrer Bedeutung an das reichen können, was zu jener Zeit passiert ist, gibt es nicht und wird es wohl nie geben. Trotzdem gibt es Personen, die schreiben. Personen, die versuchen in Worte zu fassen. Personen, wie Paul Celan.
Der am 23.November 1920 geborene Lyriker versuchte in Werken wie „Die Todesfuge“, seine Vergangenheit zu verarbeiten. Liest man das Gedicht, könnte man auch meinen, der Lyriker habe einen Weg gefunden, jedoch scheint dies nicht der Wahrheit zu entsprechen. Am 20.April 1970 beging er Suizid.
Mit dem Ziel, der zehnten Stufe „die Todesfuge“ möglichst angemessen vorzustellen, befassten wir uns also mit den Fragen, wann wir z.B. was betonen oder welchen Ausdruck wir wo übermitteln wollen. Wir hoffen, dass uns mit dem Vortrag des Endergebnisses gelungen ist, auch die weniger literarisch Interessierten zu fesseln und zum Denken anzuregen. Ich, und da werde ich auch im Namen aller Schüler, die an dem Projekt teilgenommen haben, sprechen können, bedanke mich dafür, die Möglichkeit gehabt zu haben, diese Erfahrungen zu machen und Neues aus dem Bereich zu lernen.

Katrin Schartz (10a)
 

Täter und Opfer

In unserem Projekt „Täter und Opfer“, geleitet von Frau Weidenbach beschäftigten wir uns mit verschiedenen Personen der NS –Zeit und fassten deren Biographie sowie Sichtweise und Ausübung zur NS zusammen.
Dazu verteilten wir uns in Gruppen und jede Gruppe suchte sich einen Täter oder ein Opfer der NS-Zeit aus.
Nachdem wir den ersten Tag damit verbrachten, dass wir uns über die jeweiligen Personen informierten und auch zusammen besprachen, verbrachten wir den zweiten Tag damit zu überlegen, wie wir unser Projekt am Besten vermitteln könnten und entschieden uns zusammen für eine mündliche Präsentation, während wir die wichtigsten Wörter oder Zitate auf einem Plakat hochhielten.
 
Die daraufhin vorgeführte Präsentation und auch die der anderen Gruppen war sehr informativ und ich bin sicher, dass viele an diesen zwei Tagen viel über die NS –Zeit lernen konnten.
 
Unsere Gruppenarbeit hat mir persönlich viel Spaß gemacht" da wir nicht nur in unserer kleineren Gruppe arbeiteten, sondern nachdem wir uns alle etwas informiert hatten, immer wieder über „unsere“ Personen austauschten. Auch dass wir alle unsere Meinung/Vorstellung zur Präsentation und generell zu allen Dingen offen sagen konnten, gefiel mir und sicher auch allen anderen sehr gut. Wir alle wurden in dieses Projekt mit einbezogen und am Ende kam ein gutes Ergebnis heraus.
 
Gillian Lorenz (10b)